Dauerhaft erschöpft als Mutter – wenn Müdigkeit kein Schlafproblem mehr ist
- violacube
- 28. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit

Du wachst morgens auf und fühlst dich völlig gerädert, obwohl du früh ins Bett gegangen bist. Du bist müde, fühlst dich leer, hast keine Energie und bist schnell gereizt.
Diese Art von Müdigkeit verschwindet nicht nach einer Nacht Schlaf. Sie sitzt tiefer.
Sie begleitet dich durch den ganzen Tag.
Wenn selbst kleine Momente Kraft kosten
Im Moment genießt du jeden Augenblick, in dem es ruhig ist.
Jede Minute ohne Anforderungen fühlt sich kostbar an.
Gleichzeitig kosten dich die Fragen deiner Kinder, jedes einzelne „Mama“, unglaublich viel Energie.
Nicht, weil du sie nicht liebst, sondern weil du versuchst, vor ihnen zu verbergen, wie fertig du eigentlich bist.
Du hältst dich zurück. Du beißt dir auf die Zunge. Du versuchst, nicht zu explodieren, obwohl du innerlich längst am Limit bist.
Dir fehlt die Geduld. Dir fehlt die Kraft. Und manchmal auch das schlechte Gewissen, dass es dir so geht.
Leben im Funktionsmodus
Jeder Tag fühlt sich gleich an.Du arbeitest deine To-do-Listen ab, erledigst Termine, organisierst den Alltag.
Nach außen funktioniert alles.Innerlich fühlst du dich leer.
Wie ein Roboter, der zuverlässig läuft aber nichts mehr spürt.
Alles wirkt grau. Als würdest du am Leben gar nicht mehr richtig teilnehmen.Und genau das fehlt dir so sehr.
Mehr sein als nur Mama
Es geht nicht darum, Muttersein infrage zu stellen. Aber es reicht nicht, nur zu funktionieren.
Du willst nicht nur Mama sein. Nicht nur Aufgaben erfüllen.
Du willst auch etwas für dich haben.
Als Person gesehen werden.
Als Individuum mit eigenen Bedürfnissen, Gedanken und Gefühlen.
Dieses Bedürfnis ist kein Egoismus. Es ist menschlich.
Warum „einfach mal rausnehmen“ keine Lösung ist
Oft heißt es: „Du musst dir einfach mehr Pausen nehmen.“
Oder: „Du solltest weniger machen.“
Doch so einfach ist das nicht.
Sobald Termine da sind, Verpflichtungen bestehen, Kinder versorgt werden müssen, funktionieren wir. Der Funktionsmodus lässt sich nicht komplett abschalten.
Und das muss er auch nicht.
Worum es wirklich geht
Es geht nicht darum, alles hinzuschmeißen oder sich komplett zurückzuziehen.
Es geht darum, einen anderen Umgang mit dem Funktionieren zu finden.
Fragen wie:
Wo kann ich mir Last abnehmen?
Was darf auch „gut genug“ sein?
Wo bin ich zu streng mit mir selbst?
Welche Erwartungen trage ich, die mir eigentlich nicht guttun?
Es geht darum, das Gleichgewicht wiederzufinden, zwischen Müssen und Können.
Warum das so schwer ist
Viele Mütter sind an diesem Punkt bereits mittendrin.
Erschöpft. Überfordert. Ohne Überblick.
Und genau dann fällt es besonders schwer, etwas zu verändern.
Man weiß nicht, wo man anfangen soll. Man weiß oft nicht einmal genau, was sich eigentlich verändern müsste.
Hilfe annehmen ist kein Versagen
Hier kann es unglaublich hilfreich sein, sich Unterstützung zu holen.
Jemanden, der nicht mitten im System steckt.
Jemanden, der von außen auf die Situation schaut und hilft, Ordnung in das innere Chaos zu bringen.
Aus Scham oder aus Angst, als schwach oder als „schlechte Mutter“ zu gelten, gehen viele diesen Schritt nicht.
Dabei ist Erschöpfung kein Zeichen von Unfähigkeit. Sie ist ein Zeichen davon, dass du zu lange zu viel getragen hast.
Der erste Schritt
Der erste Schritt muss nicht groß sein. Er muss nicht alles verändern.
Aber er kann der Beginn davon sein, dich selbst wieder ernst zu nehmen.
Deine Grenzen wahrzunehmen. Und dich daran zu erinnern, dass du nicht nur funktionieren musst, um wertvoll zu sein.
Denn du darfst müde sein. Und du darfst dir Hilfe holen.
Manchmal ist genau dieser erste Schritt der, der alles verändert






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